Wärme, die Thermometer nicht erfasst

Seit 20 Jahren gibt es die Wärmestube in der Suppengasse. "Eine Institution, die nicht mehr wegzudenken ist", würdigte Oberbürgermeister Ralf Broß das Engagement des Freundeskreises der Einrichtung.

Rottweil. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens gibt es im Alten Rathaus eine Fotoausstellung mit Bildern der Fotografin Verena Gaiffi. Am Donnerstagabend war Vernissage. Dicht gedrängt standen die Gäste vor dem Ratssaal, manche auch auf der Treppe. "Ich freue mich, dass so viele Gäste gekommen sind, und ich freue mich, dass auch die Menschen da sind, die der Ausstellung ein Gesicht geben", sagte Broß. Er lobte das große ehrenamtliche Engagement des Freundeskreises, "Menschen zu helfen, die am Rande der Gesellschaft stehen.

Die Wärmestube in Rottweil vermittelt nicht nur Wärme, die mit dem Thermometer zu messen ist, sondern auch Wärme, die von Herzen kommt". Broß dankte Pfarrer i.R. Wilhelm Dilger und den vielen Mitarbeitern für ihr Engagement.

Die Vorsitzende des Freundeskreises, Pfarrerin Esther Kuhn-Luz, freute sich ebenfalls über die vielen Besucher und sagte, dass es ein großes Glück sei, dass die Idee der Wärmestube damals konkretisiert wurde. "Und wer die Schwelle übertritt, der weiss, wie gut die Atmosphäre dort ist", lud sie ein.

 Sie ging auch auf die eindrucksvollen Bilder der Fotografin Verena Gaiffi ein, der es mit ihren Bildern gelungen ist, die Menschen, die aufgrund gesellschaftlicher Erwartungen aus dem Rahmen gefallen sind, wieder in den Rahmen zu rücken.

"Die Fotos zeigen Menschen mit freundlichem Gesicht. Trotz aller schlimmen Erfahrungen, dem Leben auf der Straße, trotz ihrer Armut und ihres ausgegrenzt seins, gelingt es ihnen in dieser kurzen Situation Zuversicht auszudrücken", sagte Dietmar Greuter, der Leiter der Spittelmühle, in seiner Einführung. "Ich freue mich sehr, dass mit dieser Fotoausstellung unsere Menschen mit ihren Problemlagen sowie die Arbeit der Wärmestube nun hier im Herzen von Rottweil, im Alten Rathaus, angekommen sind." Er gab einen kurzen Abriss über die Armut in Deutschland und schilderte langfristige Folgen von Wohnungslosigkeit.

Wilhelm Dilger blickte auf die Anfänge der Wärmestube zurück. Gemeinsam mit den beiden Kirchen, AWO, Stadt und Landkreis, habe die Idee realisiert und der "Freundeskreis Wärmestube" gegründet werden können. Und eine schönere Adresse als die Suppengasse könne es für ein "Suppenstüble", wie die Wärmestube anfangs hieß, kaum geben. "Blacky and friends" umrahmten die Vernissage musikalisch.

Weitere Informationen: Die Ausstellung ist noch bis zum 29. September zu den üblichen Öffnungszeiten im Alten Rathaus zu sehen.

Erschienen im Schwarzwälder Bote von Stefanie Siegmeier 15.09.2017 - 17:15 Uhr

Wärmestube Rottweil

Adresse

Suppengasse 2
78628 Rottweil

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Tel.: 07 41 / 9 42 26 38